Wieder strahlender Sonnenschein. Wir radelten
zunächst nach Les Houches (903 m) und stiegen dort mit unseren Rädern
in die Bergbahn nach Bellevue (1803 m). Von dort radelten wir entlang der
Gletscherbahn zum Col de Voza und dann hinunter nach Bionassay. Bei der
Kapelle bogen wir rechts von der Fahrstraße auf einen schönen
Wanderweg ab der durch Wald hinunter zu einem Bach führte. Nach dem
Bach ging es wieder steil bergauf. Schieben bis zu einer Forststraße
auf der wir dann hinunter nach le Champel radelten. Wir mussten ganz
hinunter auf die Talstraße (915 m), auf der wir dann dem Tal entlang
aufwärts in Richtung Les Contamines-Montjoie fuhren. Vor Les Contamines
wechselten wir auf die linke Talseite, wo es viel weniger Autoverkehr
gab, umfuhren so auch Les Contamines und erreichten die Wallfahrtskirche
Notre Dame de Gorges. Da endet die Fahrstraße, es geht steil auf
einer Römerstraße am Rande der Schlucht hinauf. Bevor die Römerstraße
auf einer Römerbrücke die Schlucht überquert gibt es eine
natürliche Brücke, einen malerischen Felsbogen über der
Schlucht. Kurz nach der Römerbrücke gibt es eine Hütte (Refuge
du Nant-Borrant). Danach geht es weiter auf einem Schotterweg zum Refuge
de la Balme. Es ist sehr heiß, der Weg staubig und grob. Wir müssen
uns erst mal erholen und viel trinken.
Ein etwas korpulenter Mittfünfziger
(wir nannten ihn abschätzig Fetti) kam total nass geschwitzt mit nacktem
Oberkörper auf einem Mountainbike fast ohne Gepäck angeradelt.
Er fragte uns aus, wo wir noch hinwollten und es zeigte sich, dass er alle
Wege gut kannte. Wir schoben bzw. fuhren schwitzend mit unseren Rädern
weiter auf der staubigen groben Schotterstraße, da kam schon wieder
Fetti angeradelt und radelte dann weiter zum Lac Jovat. Man sollte nie
jemanden unterschätzen! Unser Weg wurde nun immer steiler und schmaler.
Die Durchquerung eines sehr großen Schneefeldes (sehr rutschig) stellte
dann auch noch große Anforderungen an uns. Endlich erreichten wir
den Col du Bonhomme (2329 m).
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Nach den Höhenlinien auf der Karte
sollte es eigentlich bis zum Col du Croix du Bonhomme gemütlicher
zugehen. Das täuschte. Es wurde richtig felsig und einige Stellen
stellten erhebliche Anforderungen an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
Dafür entschädigte die Aussicht auf den Lac de Roselend. Vom
Col du Croix du Bonhomme (2500 m) konnte man schon das Refuge du Croix
de Bonhomme sehen.
Kurz vor der Hütte führte der
Weg noch über ein Schneefeld und unsere beiden Jüngsten legten
da filmreife Stürze hin. Jan überschlug sich im Schnee ohne irgend
welche Folgen und Achim legte sich neben das Schneefeld. Der Gepäckträger
war nun etwas schräg und auch ein Pedal etwas krumm.
Vor der Hütte musste dann noch aus
Wolfgangs Hinterrad ein Achter rauszentriert werden, was perfekt gelang,
Während ein gewaltiger Achter im Vorderrad von Freddys Fully nicht
ganz beseitigt werden konnte. Freddy war in einer Bachdurchquerung ins
Vorderrad getreten.
Die Berghütte war erst kürzlich
erweitert und modernisiert worden. Der Strom wird solar erzeugt, das Duschwasser
solar erwärmt. Bier und Wein sind teuer, da alles von Les Chapieux
hoch getragen werden muss. Der Hüttenwirt trägt 40 kg, seine Jungs
je 20 kg und das Muli 200 kg. Letzteres muss nach so einer Gewalttour drei
Tage pausieren.
Refuge du Croix du Bonhomme, 2443 m Telefon:+33
(0)479070528, Halbpension etwa 200 ffrs. Wir hatten ein 6 er Zimmer, Toilettenpapier
muss man sich beim Hüttenwirt ausleihen. Abendessen war gut, Frühstück
französisch.
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